Everybodies – the body in capitalism
Lara Walter 2026
In westlichen Gesellschaften gilt Selbstoptimierung – die permanente Arbeit an sich Selbst – als Ideal. Sie ist eng mit dem kapitalistischen System verknüpft, das Wachstum und Effizienz als zentrale Werte setzt. Leistung wird zur Währung, Stillstand gilt als Verlust. Optimiert wird vor allem der eigene Körper, da dieser eng mit dem gesellschaftlichen Wert einer Person verknüpft ist. Der Körper wird zum kapitalistischen Gestaltungsobjekt – sichtbar, vergleichbar und bewertbar. Medien verstärken diesen Druck durch idealisierte Körperbilder und Erfolgserzählungen und suggerieren, dass Ideale durch genügend Anstrengung erreichbar seien. Die Rauminstallation „Everybodies“ macht die Mechanismen, die zu Selbstoptimierungsdruck führen, erfahrbar. Weiblich gelesene Besuchende erstellen per 3D-Scan einen Avatar – eine vermeintlich bessere Version ihrer selbst. Umgeben von medialen Körperidealen verändert sich dieser Avatar fortlaufend. Außenstehende können diese Transformationen beobachten und bewerten. Eine Überwachungskamera legt den dabei entstehenden sozialen Druck offen. Die Arbeit versteht Selbstoptimierung nicht als individuelles Phänomen, sondern macht ihre strukturellen Mechanismen hyperaffirmativ erfahrbar. Jede Person wird über mindestens eine Ebene unweigerlich Teil des Optimierungssystems. Der Blick soll so von individueller Verantwortung zu den gesellschaftlichen Strukturen gelenkt werden, die diesen Druck erzeugen und uns als grundsätzlich optimierungsbedürftig begreifen.
Bachelorarbeit
Betreuer*in: Betty Schimmelpfenning, Theo Steiner
Kategorien: interaktive Rauminstallation, Mixed Media / Crossmedia
Bachelorarbeit
Betreuer*in: Betty Schimmelpfenning, Theo Steiner
Kategorien: interaktive Rauminstallation, Mixed Media / Crossmedia